Gereimtes
Es herbstelt schon im Garten,
gefärbt ist Baum und Strauch.
Es herbsteln auch die Glieder,
das merk ich bei mir auch.
Sollt’ ich mich darob grämen?
Es ist der Welten Lauf.
Ich werd mich doch nicht schämen,
ich nehme es in Kauf.
Es gibt gewisse Mittel,
die halten einen jung.
Verheißungsvolle Titel.
Doch hab ich keinen „ Sprung”
bis jetzt in meiner „Schüssel”,
dem Kopf, salopp genannt.
Da sind gewisse Kiesel,
als Heilsteine bekannt,
nebst Therapien und Themen,
Auflegen mit der Hand.
Ich nehm auch mal die Karten,
Tarot als Unterpfand.
Herbstlich färb ich die Haare,
Friseure gibts genug.
Ich komme in die Jahre!
Doch wann werd’ ich mal klug?
Was solls, ich bin im Herbste
des Lebens angekommen.
Daraus mach ich das Beste.
Es herbstelt, hab’s vernommen.
cop.by resehda/herbstfrau

cop.by resehda/herbstfrau
herbstfrau - Sa, 28. Jan, 09:24
im winter die sehnsucht nach sommer
am tage die sehnsucht der nacht
nach fleischlos folgt hunger auf leben
die hingabe folgt nach der macht
cop.by resehda
16.01.06
herbstfrau - Mo, 16. Jan, 07:20
herbstlebens-wunder
allein sein
zeit haben
loslassen können
sich annehmen
sich lieben
natur erleben
winterduft
kalt
und klar
winterstimmen
verhalten
und fern
winterbilder
filigran
und bizarr
frühlingsahnung
erwachen
der sinne
lust auf
mehr
auf
frei sein
offen sein
alles
geschehen lassen
kompromisslos
lieben
mit
allen sinnen
sehen
hören
riechen
fühlen
tasten
schmecken
das zu erleben
noch
oder
erst recht
im herbst
ein wunder
cop.by resehda
herbstfrau - So, 15. Jan, 15:33
Augen- Blicke
das Lachen eines Kindes
ein Vogel auf dem Ast
was es auch sei- nur wichtig,
dass du’s gesehen hast
ein bunter Regenbogen
ein junges Liebespaar
Wolken vorbeigezogen
der Schnee vom letzten Jahr
ein warmer langer Sommer
der alte Mann am Fluss
die Schwäne an der Brücke
der lang ersehnte Kuss
wie wichtig sind sie wirklich
für dich, für jedermann
die flücht’gen Augenblicke
die man nicht halten kann
du möchtest gar nichts missen
von dem, was du gesehn
und würdest gerne wissen
warum nur muss er gehn
warum kann er nicht bleiben
der schöne Augenblick
möcht lange ihn genießen
doch wär das wirklich Glück
cop.by resehda
2004
herbstfrau - Di, 3. Jan, 08:31
Freitagsstille
Unterwegs mit „ Tizian”,
meinem Corsa, denn ich kann
wieder nicht zur Ruhe kommen,
Einer hat sie mir genommen.
Doch ich hab es zugelassen.
Sollte ich ihn deshalb hassen?
Fahre, denke vor mich hin,
Alles kommt mir in den Sinn:
Muss mich finden,
wieder lieben,
was hat mich ins Aus getrieben?
Plötzlich bremsen, schon verloren.
Wache auf, still in den Ohren.
Und der Schnee noch weiter weht,
Corsa in der Luft sich dreht.
Bin im Auto eingefangen,
festgezurrt, wär bald gegangen
dort in eine andere Welt,
wo das alles nicht mehr zählt,
alles, was mich so bedrückt.
Nein. Ich bleib.
Und welch ein Glück:
Find den Weg von selbst zurück.
Find heraus aus dieser Gruft.
Oh wie eisig schön - die Luft!
cop.by resehda
2005
herbstfrau - Mo, 2. Jan, 10:55
Lebensflammenbaum
Öl / 03/ 2003
Mein Baum
Für alles hast du Raum
Für Vögel im Geäst
Und für ein neues Nest
Für immergrüne Triebe
Für eine neue Liebe
Mein Baum
Mein Lebensflammenbaum

herbstfrau - Fr, 30. Dez, 22:02
DU
Schenktest mir heute
Ein Bild
Den Gleichen Blickwinkel
Das gleiche Motiv
Wie damals
-nur eine Stufe tiefer-
Schenktest du
Mir heute
Mit dem Bild
Den Gleichen Blick
Wie damals
-nein eine Stufe tiefer-
Du
Schenktest mir
Nicht mehr den
Zärtliche Worte sprechenden
Dafür aber einen liebevoll verstehenden
Zufriedenen etwas
Abgeklärten Blick
Dafür
Musste kein Gott
Seinen Stellvertreter senden
Wie damals
Dafür mussten nur
Jahre vergehen
Ich gestehe
Dass ich lieber
Den anderen
wiedererkennen würde
Den von damals
Immer noch.
Seltsam
Unverständlich
Für dich
Auch für mich selbst
Aber diese gewesenen
Gefühle
Möchte ich nicht missen
Flieder und Erwartungen
Wilde Fantasien und
Transzendente Wünsche
-keine Stufe tiefer-
-eine Stufe höher-
Doch-das Andere-vorbei.
Kein Mann ist es wert
Dass man um ihn weint
Keiner
resehda
herbstfrau - Fr, 30. Dez, 18:16
Frei sein..
Gebremste Gefühle...
machen krank!
Unerfüllte Wünsche...
machen süchtig!
Träume ohne Grenzen...
machen glücklich.
Warum noch
warten?
Tun wir’s doch einfach:
Wünschen. Träumen. Fühlen..
Frei sein.
Frei sein für
Eigene Fehler
Eigene Ziele
Eigene Wege
Frei sein für:
Entscheidungen treffen
Etwas wagen
Fehler begehen
Allein sein
Gefühle zeigen
Lieben
Leben
Mit allen Konsequenzen
Mit allen Sinnen
cop.by resehda
herbstfrau - Fr, 30. Dez, 11:14
Tigerkatze
Ich kann schmeicheln, ich kann schnurren,
ich kann ganz willfährig sein.
Ich kann beißen, ich kann knurren,
Krallen groß und Krallen klein.
Spielzeug wählen? Liebe stehlen? Letzteres lass ich wohl sein!
Doch ich steh zu meinem Sternbild.
Tigerauge ist mein Stein.
Wilde Katzen muss man zähmen?Das fällt manchem bei mir schwer.
Würde es wem doch gelingen,
gäbs kein Tigerkätzchen mehr.
cop.by resehda
herbstfrau - Do, 29. Dez, 17:09
Ich war 16
Er kam mir entgegen.
Mein Herz klopfte wild,
der Puls ging wie rasend.
Im Traum nur sein Bild.
Er sagte zu mir:"......"
Ich verstand kein Wort.
Gebannt stand ich hier.
Schnell weg, schnell fort!
Was ist bloß geschehen?
Was ist mit mir los?
Will nur noch ihn sehen.
Was mache ich bloß?
Mich wieder verstecken?
Die Liebe nicht wecken?
Oder lass ich's geschehen?
Will mit ihm gehen?
Wir sind auf Wolke Sieben.
Schmetterlinge im Bauch.
Was hat sie vertrieben?
Das Leben?
Ja. Und
mein Misstrauen auch.
resehda 2003
herbstfrau - Di, 27. Dez, 19:21