omnia vincit amor

Montag, 3. Oktober 2011

Lebenslänglich?

LEBENSLÄNGLICH?
Hochzeit-1964-002

Wir leben in der Beziehungskiste
Seit über vierzig Jahren.
Betraten recht zeitig die Ehepiste,
Wir sind auch bei Glatteis gefahren.

Als Neulinge stiegen wir unsicher auf
Und steuerten manchmal ins Leere.
Wir fuhren bergab und wieder bergauf
Und dachten wohl beide,

was wäre,
die Kiste verlassen für kurze Zeit?
Ganz leicht wär diese Hürde
Zu nehmen für jeden, der willens ist.
Doch wie geht es weiter, was würde

Dann draußen grundlegend anders sein?
Man muss es ausprobieren.
Ich tus, geh raus und dann wieder rein.
Ich werd’ es mal riskieren.

Ja klar, ich bin es eingegangen,
ich löste flink die Kette.
Hielt sie mich wirklich nur gefangen?
Schutz war sie auch, doch hätte
ich die Erkenntnis ohn’ Wagnis gewonnen?
Lass offen die Tür, und Reiz ist zerronnen!

cop.by anabella freimann

wartburg-hans-und-regina-kleiner

Donnerstag, 3. Februar 2011

Lächeln

lächeln

das lächeln
auf meinem gesicht

will nicht
vergehen

die ersten farbtupfer
kamen

durch einen traum

dann nahmst du
mein gesicht
in deine hände

und maltest
verstehen
verlangen
liebe
lust
hinein

ich habe
dir
eifrig
geholfen

bis dann
noch
die wangenröte
dazu kam

©anabellafreimann

Sonntag, 14. März 2010

Mit Fantasie kriegt mans hin

Stichworte bei google zu meinem neuesten Buch:

Abend +Abschied+ Admiralspalast +Albtraum+ Angst +Annabella +Arolsen+ Augen +Auto

Balkon+ Bauhaus+ Berlin+ besuchen+ Bett +Bilder + Buch

Christian +damals +Dame+ erogene Zone+ erotisch+

Fanmeile +Fitnessstudio++ Freyja + Gedanken +Gefühl+

Halensee ++Handy +Haus+ heiß +Herbstfrau+ Ikea +Jahre+ jetzt+

KaDeWe+ Karlshorst +Katharina + Klinik +Korsage+ kurz +Küssen+

Leben + liebe+ Mann+ Michendorf+ Pumps +Qigong+

S-Bahn+ S-Bahnhof +sagen +schnell +Schuldgefühle+ Stundenhotel

Tantchen+ Telefon+ Termin +Thüringen +Tinnitus +Tizian +Traum+

Wilmersdorf +wirklich+ Wohnberechtigungsschein+ Wohnung+

Zimmer zuhause +zumindest+ zurück+

lachenohje213v-1-1-smiley

Freitag, 22. Januar 2010

OMNIA VINCIT AMOR

Virgil sagte:

OMNIA VINCIT AMOR . Alles besiegt die Liebe. Aber ich frage: Verhält es sich wirklich so?

Liebe bedeutet für mich: Herzklopfen.Sehnsucht Lust. Erotik. Verlangen

Verzicht. Verstehen. Verzeihen.

Schmerzen und Trauer fühlen.
Freiheit

__________________________________________

Nachgelesen .....

" Denn Liebe ist stark wie der Tod"( Hohelied Salomos )"

"Omnia vincit amor-alles besiegt die Liebe"( Vergil )

"Begierig glaubt die Liebe, was sie wünscht"( Jean Baptiste Racin )

"Die größte Liebe ist immer die, die unerfüllt bleibt"( Peter Ustinov )

Unzählige Definitionen gibt es dazu, unzählige Worte sind damit verknüpft

und geben dieser seltsamsten und wunderbarsten Sache der Welt immer wieder einen neuen Sinn:

Liebkosung, Liebesdienst, Liebesmahl, Liebster, Liebesbeweis,

Platonische Liebe, Nächstenliebe, liebevoll, Liebhaber, Liebreiz...

Man liebt seine Heimat, seine Kinder, seine Familie, seinen Beruf, sein Haustier. Mancher liebt nur sein Auto...

Noch einige meiner Gedanken dazu:

Liebe ist einfach etwas Wunderbares.

Die wahre, einzige Liebe findet ein Mensch nur selten im Leben. Nicht immer erlebt der/ die Liebende, dass er ebenso stark wiedergeliebt wird.

Man sagt: Nur wer keine Gegenliebe erwartet, liebt wirklich. Jemanden bedingungslos lieben, ist das die wahre Liebe?

Verzicht auf körperliche Berührung, sagt man dazu nun platonische Liebe?

Ist platonische Liebe auch Seelenverwandtschaft?Oder umgekehrt?

Ist diese Art von Liebe überhaupt möglich?

Schleicht sich nicht automatisch nach einer Zeit

der Wunsch nach " Mehr " ein?

Wird dann die Seelenverwandschaft zerstört?

Gibt es auch den Weg zurück?

Viele Arten von Liebe habe ich in meinem bisherigen Leben kennenlernen können.

Einige nimmt man als selbstverständlich hin. Zum Beispiel die Liebe,die man als Kind von seinen Eltern erhält. Der eine bekommt mehr, der andere weniger von dieser wichtigen Seelennahrung....

Welche " Lieben" habe ich in meinem Leben kennengelernt?

An die erste große Liebe erinnert man sich am intensivsten.

Eine ruhige, Geborgenheit gebende Liebe

erlebte ich in meiner Ehe.

Diese Liebe veränderte sich im Laufe der vielen Ehejahre.

Man muss etwas tun, um sie am Leben zu erhalten. Man sollte sie immer wieder " aufpolieren" und sich gegenseitig loslassen, sonst erlischt sie mit der Zeit.

Eine Lektion, die nie zu Ende gelernt ist. Auch heute noch nicht...

Kleine Ausflüge über den Nestrand hinaus gab es dabei auch...und einen großen ebenfalls. War es Liebe? Ich denke schon...meistens. Und ich erinnere mich ohne Gewissensbisse daran. Sind die Ausflüge zu Ende? ich glaube, nein...
______________________________________________

Was ist aber mit meiner Liebe zu mir selbst, zu meinem inneren Kind?

Mein Endlich-In- Mich- Hineinhören konnte ich erst sehr spät annehmen. Spät, aber nicht zu spät...

(Aus meiner erotischen Homepage )

Mittwoch, 13. Januar 2010

Liebe ist..

Sein Herz zu verlieren ist die schönste Art,
festzustellen, daß man eins hat.
Unbekannter Autor

Die Liebe ist eine Dummheit, die
zu zweit begangen wird.
Napoleon


Liebe ist das einzige, was wächst,
wenn wir es verschwenden.
Ricarda Huch

Liebe ist eine Krankheit,
bei der beide ins Bett müssen.
Unbekannter Autor

Wenn Männer von ihrem geraden Weg abweichen,
sind meistens weibliche Kurven die Ursache.
Unbekannter Autor

Liebe ist die zeitweise Blindheit
für die Reize anderer Frauen.
Marcello Mastroianni

Liebe ist wie ein Stück Schokolade,
sie schmeckt gut, aber wird mit jedem Bissen weniger.
Unbekannter Autor


Wer liebt, tut Dinge,
die er eigentlich nie tun wollte.
Unbekannter Autor

Liebe setzt Energien frei,
von denen man gar nicht wußte, daß man sie besitzt.
Unbekannter Autor

Es ist besser, etwas gehabt und wieder verloren zu haben,
als es nie gehabt zu haben.
Walisisches Sprichwort

Einfach mal so ein paar Sprüche...weil mirs grad so ist ..

Freitag, 26. September 2008

Küssen erlaubt...

Ein Kuss ...
Irgendwo las ich einmal sinngemäß: Ein Kuss ist eine reizende Erfindung der Natur, die das Reden unterbindet, sobald Worte überflüssig sind ...

Ja, was ist ein Kuss? Es ist etwas, worauf ich nicht verzichten möchte.
Es gibt so unendlich viele Arten von Küssen. Den liebevollen, den eine Mutter ihrem Kind gibt, den freundschaftlichen Kuss, den Kuss zur Begrüßung, zur Verabschiedung.
Ich denke, davon soll hier wohl weniger die Rede sein.

Ich möchte vom Kuss erzählen, den sich Liebende geben.
Wenn mein Liebster mich besucht, dann öffne ich die Tür, wir schauen uns tief in die Augen, wir lächeln uns an und geben uns den ersten Kuss. Er ist noch zaghaft, er beinhaltet aber viel Freude über unser Wiedersehen. Dann schließe ich die Tür und wir stehen im Flur. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen und lege die Arme um seinen Hals. Ein zarter Kuss mit geschlossenen Lippen folgt, ein zweiter, der dritte wird schon heftiger, er beinhaltet unsere tiefen Gefühle zueinander. Geborgenheit, Liebe, Lust, ja schließlich Verlangen. Die Lippen öffnen sich, wir lassen unsere Zungen spielen.
Wir halten uns ganz fest, schließen die Augen und öffnen sie ab und zu, um den glücklichen Gesichtsausdruck des anderen genießen zu können. Wir vergessen alles um uns herum, sogar, dass wir immer noch im Flur stehen.
Schließlich lösen wir unsere Lippen voneinander, wir gehen ins Wohnzimmer und setzen uns auf die Couch. Manchmal trägt mein Liebster mich auch an diesen Ort und auf dem ach so kurzen Weg dorthin küssen wir uns weiter.

Zarte und heftige Küsse, von seiner Seite aus gemischt mit kleinen Bissen in die Unterlippe, die die Lust aufeinander noch mehr schüren, schließen sich an und wechseln sich ab mit Zungenküssen, die signalisieren- wir wollen mehr als nur unsere Lippen küssen...

und da gibt es doch so vielfältige Stellen am Körper des Geliebten, die man näher in Augenschein nehmen möchte. Oh, es ist so warm im Zimmer...psst! Wir küssen doch, bitte nicht stören! Und was tun wir beide? Auch schweigen? Nein, oh nein, geflüsterte Worte steigern die Lust auf Küssen und mehr, man kann ja auch in den Pausen...

Übrigens, das Küssen soll auch für die Gesundheit gut sein. Aber wohl nicht, wenn man sich vom vielen Küssen ansteckt. Ja, Küssen ist ansteckend, nicht nur wegen einer eventuellen Erkältung. Nein, es macht süchtig auf MEHR!

cop.by resehda/herbstfrau

Montag, 30. Juli 2007

Bewegtes Leben

Mein Leben ist nach wie vor spannend. Und eigentlich müsste es eine Fortsetzung geben von meinem kleinen Büchlein. Zumindest meinte das letztens mein Icke.

Am 20. feierten wir unser 2- Jähriges. Und ich sage nur so viel- es war ein Tag der Superlative. Ein wunderschöner Tag. Es stimmte einfach alles. Sogar das Wetter spielte mit. Obwohl nebensächlich...
Nun steht da im Bad wieder eine neue Flasche "Cherie" von Dior. Das ist absolut mein Lieblingsparfüm.

Was gibts denn sonst noch Neues oder Altbekanntes bei der Herbstfrau?

-mein Tattoo ist super geworden, dem Tattooman schenkte ich eines meiner Fotos, und er war begeistert-vom Foto und sicher auch von seiner eigenen Kreation.

-mein Babyjob füllt mich ganz schön aus-drei-bis viermal die Woche betreue ich einen süßen kleinen Jungen.

-Ich bin jetzt ab und an auch mal länger in Thüringen bei meinem Mann, wir verstehen uns sehr gut. So gut wie nie zuvor. Donnerstag kommt er mich besuchen. Das Wochenende danach ist jeder für sich allein und danach fahre ich zu ihm usw usf. Seine Depression hat er voll im Griff, allerdings muss er längerfristig Tabletten nehmen.

-Ich denke, dass ich noch so etwa ein Jahr in Berlin bleibe, danach werde ich weitersehen. Wenn ich für eine Weile zurück gehen sollte, auch das habe ich schon in Erwägung gezogen, dann mit klaren konkreten Änderungen. Freiräume beibehalten, eigenen Bereich in der Wohnung z.B. und anderem.

-Mein Problem war bisher, dass ich mir sagte- ich mache einen Rückzieher, wenn ich zurückgehe. Doch mein lieber Seelendoktor meinte, das Gegenteil wäre der Fall!!
Ja, ich stelle mich der neuen Herausforderung. Und biete den Provinzlern die Stirn!!! Sie haben so wenig Abwechslung..
lachen

Sonntag, 1. April 2007

"Einmal Liebe und zurück..."

Probeauszug aus dem 1. Kapitel

Zum wiederholten Mal läutete das Telefon. Franziska ließ sich davon nicht stören. Schließlich schaltete sich der Anrufbeantworter ein. Als sie endlich ihre Trägheit überwand und das Innere des Hauses betrat, herrschte Schweigen in der Leitung.
Sie ging zurück zu ihrem Lieblingsplatz auf der Terrasse, von der man einen Teil des Yachthafens erblicken konnte.
Sie wohnten erst seit einigen Wochen hier, und Franziskas Herz klopfte bei dieser Aussicht- atemberaubend würde man sie in einem Reisekatalog nennen- vor Aufregung und Freude. Nein, es war kein Traum. Sie hatten es tatsächlich geschafft! Sie hatten ein neues Zuhause, und noch dazu am Meer! Franziska fühlte sich wohl hier, so frei, so ledig aller Sorgen. Dem Kleinstadtmief entronnen.
Vor allem am Abend, wenn die Sonne buchstäblich im Meer zu versinken schien, konnte Hartmut sie mit keinem noch so spannenden Fernsehfilm ins geräumige Wohnzimmer locken.
Manchmal kam er dann mit einer Flasche Mon Bijou heraus und setzte sich zu ihr.
Es war schön, einfach so dazusitzen, sich zuzuprosten und den Augenblick zu genießen.
Was lag alles hinter ihnen! In der Mehrzahl aufregende und traurige Augenblicke. Krankheit, Trauer, Ausweglosigkeit. Trennung und Schmerz. Sie hatten sich in der Vergangenheit gegenseitig wehgetan. Doch das war vorbei. Sie befanden sich mitten in ihrem neuen Leben. Alles war offen.
Ab wann ist es eigentlich zu spät, noch einmal zu beginnen? Mit Fünfzig? Mit Sechzig? Bei beiden lag der sechzigste Geburtstag schon hinter ihnen. Sie hatten es gewagt, allen warnenden Stimmen und erhobenen Zeigefingern zum Trotz.

Franziska lächelte vor sich hin und genoss die warmen Sonnenstrahlen auf ihrer Haut. Der leichte Wind trieb ihr eine Brise Salzwassergeruch zu. Sie liebte diesen besonderen Duft, er konnte ohne weiteres mit all ihren Lieblingsparfüms standhalten. Vielleicht würde er sogar eines Tages „Miss Dior Cherie“ aus ihrem dummen Kopf verdrängen. Dieses Parfüm, mit dem sich so viele bittersüße Erinnerungen verbanden.

Tang, Fisch, Salzwasser kontra bittersüße späte Liebe? Das Jahr in der eigenen winzigen Wohnung, die spät entdeckte Freiheit hergeben für ein Haus am Meer und eine Rückkehr in den sicheren Ehehafen? Alles vergessen, was so einmalig schön gewesen war?
Franziska wusste, dass sie das nicht konnte und noch weniger wollte. Dazu hatten sie sich zu sehr geliebt, sie und ihr Icke. Wieso eigentlich hatten? Sie liebten sich noch heute und würden sich immer lieben.

Es tat auch jetzt noch weh. Und es würde lange dauern, bis sie ohne Schmerz an ihn und die große Stadt zurückdenken konnte. Doch Hartmut gestand ihr die Zeit zu. Da er sie nicht verlieren wollte, blieb ihm wohl auch nichts anderes übrig.
Franziska nahm allerdings an, dass er sich im Stillen die bange Frage stellte, ob die Zeit der Irrungen und Umwege nun endgültig der Vergangenheit angehörte.
War aus der wilden Franziska endlich eine sesshafte Franziska geworden? An manchen Tagen wie diesem glaubte sie fest daran.
Die Zeit würde es mit sich bringen. Ihr Entschluss, noch einmal von vorn zu beginnen, also die nächsten Jahre wieder mit ihrem Mann zusammen zu leben, war es wert, in die Tat umgesetzt zu werden.

Dreiundvierzig Jahre. Vieles hätten sie anders anpacken sollen. Aus Fehlern wird man klug. Sie hatten noch eine Reihe Jahre vor sich, in denen sie ihre Fehler wieder gutmachen und Versäumtes nachholen konnten…
Mitten in ihre Gedanken hinein klingelte erneut das Telefon...

cop.by resehda/ herbstfrau

Donnerstag, 20. Juli 2006

Es begann vor genau einem Jahr..

....am Anfang war es Sex

Es sollte viel Zeit vergehen bis zu ihrem ersten Treffen. Wie hatten sie sich eigentlich kennen gelernt? Beide suchten den besonderen Seitensprung. Wohl mehr zufällig waren sie bei F.A. aufeinander gestoßen. Wenn da nicht ihr Foto gewesen wäre, das ihn neugierig gemacht hatte, wer weiß. Sie wären sich wohl nie begegnet. Ihr Foto zeigte eigentlich nichts. Anabella hatte es so zurechtgeschnitten, dass nur eine Drittel übrig geblieben war: Die nackte Schulter, ihr rechter Arm mit der Hand, die ein Sektglas hielt. Vom Kopf sah man lediglich ihre langen Haare.
Er schrieb ihr, dass er neugierig auf sie wäre, sie möchte ihm doch bitte die anderen zwei Drittel zeigen, und er könne sich denken, dass sie eine attraktive Frau wäre. Anabella sah an der Postleitzahl, dass einige Kilometer zwischen ihnen lagen, dachte sich, da kann nichts passieren, ein Treffen ist unmöglich, also sendete sie ihm nach einigen Tagen auf seine netten Zeilen hin ein kleines Bild von ihrem ganzen Gesicht. Er schien begeistert davon, schrieb, er wäre bundesweit mobil und er wollte sie unbedingt kennen lernen. So begann alles.
Der nächste Schritt war der, dass er sie in den Yahoo- Messenger einlud. Oh, den hatte sie doch damals, nach den ersten Gehversuchen mit virtuellem Sex, in den Papierkorb geworfen!
Nun gut, sie ließ sich schließlich überreden. Es gab ja jede Menge Seiten, wo man etwas downloaden konnte. Also los. Der erste Chat mit ihm gestaltete sich sehr zahm. Hermann 35- so lautete sein Nick- schien sehr aufgeregt zu sein. Er vertippte sich, hatte wohl auch wenig Zeit, denn Besuch sollte kommen. Bis dieser eintrudelte, chatteten sie miteinander.
Anabella fand diesen Mann ganz nett, aber mehr auch nicht. Er aber wollte sie unbedingt erobern. Ja, diese Worte wählte er tatsächlich! Sie staunte. Ein Mann wollte sie erobern. Schmeichelhaft für eine Frau, schmeichelhaft für Anabella….
Nun wanderten Mails hin und her. Er versuchte sich in erotischen Geschichten, aber Anabella hatte noch die Nase voll von diesem Cybersex- Mann. Als er sie dann auch noch bat, die Fortsetzung zu seiner Geschichte zu schreiben, verlor sie fast die Lust an allem. Er fragte, warum sie so wenig schreiben würde und bestürmte sie täglich mit Komplimenten. Irgendwann fragte sich Anabella: Warum bist du nicht freundlicher zu ihm? Wegen des Namens? Hermann heeßt er. Dieser Chanson- hatte ihn nicht Claire Waldoff gesungen- wollte ihr, seit sie miteinander chatteten, nicht mehr aus dem Kopf gehen. Sie wollte keinen kennen lernen, der Hermann hieß. Alberne Anabella!
Nun aber wusste sie, dass er im wahren Leben einen anderen Namen trug. Gut, dieser gefiel ihr schon besser. Was gefiel ihr noch an ihm? Er war groß. Er war hartnäckig. Er verstand es, Komplimente zu machen; gleichzeitig besaß er aber auch Witz und Humor.
Als sie nach vielen Chat- Wochen zufällig ihren Kurzurlaub an der Ostsee erwähnte, fragte er, ob sie sich dort nicht treffen könnten.
Er hätte rein zufällig gerade in dieser Zeit dort zu tun.
Rein zufällig? Sie glaubte nicht so recht daran, doch sie sagte schließlich Ja zu einem Treffen in dem Cafe, das er vorschlug. Warum auch nicht? Was besagte das schon? Anabella hatte schon mit so vielen Männern Kaffee getrunken, nun eben auch noch mit Norman.
Vorher aber kam noch das erste Telefonat. Wie wird seine Stimme klingen, fragte sich Anabella. Denn Stimmen sagen viel aus. Sie können laut, leise, angenehm oder unangenehm, hart, weich, sympathisch oder unsympathisch, normal bis erotisch klingen. Seine Stimme klang sympathisch und etwas schüchtern. Das gefiel ihr.
Was könnte sie noch darüber sagen? Sie klang warm und angenehm in ihren Ohren; irgendwie beruhigend, und ein leichter Berliner Dialekt war nicht zu überhören.
Auch später noch liebte sie seine Stimme. Neben vielem anderen an ihm. Wer hätte das gedacht? Sie am allerwenigsten.
Anabella hatte eine hübsche preiswerte Ferienwohnung gebucht. Sie fühlte sich dort so wohl! Frei, voller Vorfreude auf die Zeit, die vor ihr lag, auf die See, das Alleinsein, ja, auch ein wenig auf ihn.
Er würde sie nun doch in ihrer Wohnung besuchen, das hatten sie am Tag vorher spontan entschieden.
Der Juli hatte viele warme Tage zu bieten, doch ausgerechnet an ihrem Tag X regnete es wie aus Gießkannen. Sie hörte das laute Trommeln der Regentropfen schon am frühen Morgen, als sie die Augen noch gar nicht geöffnet hatte. Sehr laut sogar, denn ihr Bett stand direkt unter dem Dach des Fischerhauses, in dem sich ihre kleine Ferienwohnung befand.

Sie schaute aus der Dachluke, sah die grauen Wolken, hörte ganz fern die heiseren Möwenschreie und war sich plötzlich nicht mehr so sicher, ob das, was sie vorhatte, richtig war. Sie kannte ihn ja gar nicht wirklich. Wer weiß? Er hätte ihr ja auch etwas vormachen können. Vielleicht sah er auch ganz anders aus, vielleicht war er klein und dick? Vielleicht waren es gar nicht seine Bilder gewesen, die er ihr gesendet hatte? Im Internet ist es leicht, jemanden zu täuschen. Und man erzählt sich Schauermärchen von blind dates, wo die erwählte Dame nach dem Sex nicht beschenkt, sondern ausgeraubt oder sogar ermordet wurde!
Nie im Leben glaubte Anabella, dass er so einer wäre. Seine Stimme klang ehrlich und echt. Trotzdem. Hätte sie nicht lieber das Cafe als Ort des Kennenlernens beibehalten sollen?
Schluss jetzt, befahl sie sich. Es kommt sowieso, wie es kommen soll. Und sie hatte es so gewollt. Also aufstehen, den Stier bei den Hörnern packen, es wagen.
Beim hastigen Erheben aus dem Bett wäre sie fast an das mit Holz verkleidete Spitzbodendach gestoßen. Gemütlich war es hier oben, nur eben etwas eng. Und da war sie mit ihren ein Meter neunundfünfzig noch klein. Was sollten da erst große Menschen sagen, falls sie den Spitzboden eventuell "besichtigen" wollten?

Eilig kletterte sie die Wendeltreppe zum Wohnraum hinunter; das Geländer gab wie immer dabei etwas nach. Sie betrat das winzige Bad.
Auch hier war durch das kleine Fenster nur der grau verhangene Himmel zu sehen. Keine Sonne in Sicht. Ein Geruch von Tang und Nässe lag in der Luft. Ungemütlich und kalt war es im Bad. Sie drehte alle Heizkörper auf. Wohlige Wärme machte sich breit, und schon ging es ihr etwas besser.
Sie schaute lange in den Spiegel und war heute besonders unzufrieden mit ihrem Aussehen. Sie sah sich mit den Augen dieses Mannes, den sie bald kennen lernen wollte. War da nicht ein neues Fältchen an der Stirn zu sehen? Ja, du eitle, du echte Eva, das kommt vom vielen Stirnrunzeln, warum tust du das auch immer wieder. Glätte deine Stirn! Freue dich über das, was kommt. Freue dich auch, dass du mit deinen kranken Augen noch so viel Neues entdecken kannst.
Anabella wollte heute besonders schön sein. Deshalb ging sie an diesem Morgen auch verschwenderisch mit ihrer teuren Gesichtscreme um. Nun noch die Wimpern tuschen, damit ihre Augen größer und ausdrucksvoller aussahen. Ja, so gefiel sie sich schon besser. Sie lächelte ihrem Spiegelbild zu. Wie doch ein einziges Lächeln alles verändern kann! Nun war sie einigermaßen zufrieden mit sich und der Welt.
Nächster Tagesordnungspunkt. Die Frage nach der passenden Kleidung musste geklärt werden. Sie öffnete ihren Koffer. Dies nicht und jenes nicht. Sie urteilte laut, zog in die engere Wahl, verwarf es wieder. Zu eng, zu bunt, zu fad, zu bieder, zu frech. Ein Blick auf die Uhr. Wie viel Zeit blieb ihr noch? Genug, um sich zu entscheiden. Im Koffer war noch mehr. Wieder einmal hatte sie zu viel mitgenommen. Nie konnte sie das alles hier tragen während ihres kleinen Urlaubs! Aber lieber zu viel als zu wenig. Unvorstellbar, wenn sie ausgerechnet den Rock anziehen wollte, der noch zu Hause im Schrank hing!
Die Wartezeit versuchte sie mit Lesen zu überbrücken. Benoite Groult zum hundertsten Male! Doch sie schaute dabei mehr auf das Ziffernblatt ihrer Uhr statt auf die Buchseiten. Wenn sie dann weiter lesen wollte, bemerkte sie, dass sie den Sinn des vorher Gelesenen gar nicht erfasst hatte. Ihre Gedanken waren mehr auf der Autobahn, sie grübelte. Wo wird er jetzt wohl sein? Ob er auch so aufgeregt ist wie ich?
Genau in diese Überlegungen hinein klingelte das Handy. Sie schreckte zusammen und wusste den Ton nicht gleich einzuordnen. Er war es. Und er sagte ihr, dass er sich schon auf dem Parkplatz unweit ihrer Wohnung befinden würde.
Oh, schon so nah! Sie hatte einen guten Blick von oben aus dem Fenster und konnte genau auf die Straße hinab sehen. Und da sah sie ihn auch schon, nein, sie sah mehr einen riesigen Regenschirm mit einer großen männlichen Gestalt darunter. Schon wurde das knarrende, schief in den Angeln hängende Hoftor aufgeklinkt, es würde nur noch Sekunden dauern, bis sie sich das erste Mal gegenüberstanden. Ihr Herz klopfte. Schnell schaute sie noch einmal in den Spiegel, schüttelte ihre Haare, damit sie etwas wilder aussahen und zog noch einmal ihre Lippen kräftig nach. Sie wusste schon aus ihren Chats, dass er das mochte. Kirschrote Lippen..
Anabella ging ihm entgegen, ein leichter Kuss vorerst, sein Blick blieb an ihr hängen- sie las darin Bewunderung oder Erleichterung oder etwa Verlangen?
Konnte er auch in ihren Augen lesen? Würde er darin die noch vorhandenen Zweifel und Vorbehalte erkennen? Wohl eher nicht. Er folgte ihr die holprige Treppe hinauf und musste dabei den Kopf einziehen. Er war groß. Sie spürte, wie sein Blick an ihren Beinen, die in den hohen Sommersandaletten steckten, hängen blieb. Dieser Blick verursachte in ihrem Bauch ein leises Kribbeln. Nanu, Anabella, hat sich da etwa ein Schmetterling in deinen Bauch verirrt?
Als beide oben angekommen waren, öffnete er ihr galant die Tür, ließ sie zuerst eintreten und entledigte sich dann der nassen Regenjacke. Um den am Boden stehenden aufgespannten Regenschirm bildete sich rasch eine kleine Wasserlache. Sie sahen dies nicht wirklich, denn sie sahen sich lange in die Augen, umarmten, küssten sich, als ob sie sich schon eine Ewigkeit kennen würden und setzten sich auf die bequeme Couch. Sein Hemd fühlte sich samtig weich an. Ihre Zweifel schwanden langsam dahin.
Sie hatten sich viel zu sagen und waren sich sehr sympathisch, ja, mehr noch als das. Und sie nutzten die Gunst der Stunde. Denn beide hatten großen Nachholbedarf in Sachen Zärtlichkeit, Liebe und Sex. Es war ein einziges Geben und Nehmen. Die Couch erwies sich auf Dauer als etwas unbequem. Deshalb, aber wohl nicht nur deshalb zeigte er eine übergroße Neugierde, was die Beschaffenheit des Spitzbodens betraf. Sollte dieser wirklich so niedrig und heimelig sein, wie sie es erwähnt hatte?

Er bestätigte es später, und das nicht nur einmal. Sie bedankte sich auf ihre Art bei ihm dafür. Und ebenfalls nicht nur einmal. Es wurde ein erregendes Frage- und Antwortspiel daraus. Der Champagner prickelte auf der Zunge, aber auch auf ihrer Haut machte er sich überaus gut!! Er sorgte dafür, dass kein Tropfen verloren ging.
Die Zeit verging wie im Fluge, und plötzlich war es draußen dunkel geworden. Der Regen hatte nachgelassen. Abschied. Für wie lange? Kaum zehn Minuten nach seinem Weggehen die erste Sms: Du fehlst mir jetzt schon… ich muss dich bald wieder sehen….


Ja, und inzwischen haben wir uns unzählige Male wiedergesehen. Und werden uns weitere unzählige Male sehen, wenn wir es so wollen..
Aber ehrlich gesagt: Eigentlich wollte ich niemals in seine Nähe ziehen. Und nun tu ichs doch..
Am Anfang war es nur Sex, ja, wirklich, aber nur am Anfang...

Dienstag, 25. April 2006

Na und?

Abzählspiel mit Blütenblättern:
Liebt er mich? Oder nicht? Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich. Ich bin fröhlich, ich bin traurig, ich bin fröhlich.

Katharina! Bist du noch normal? Hörst du es? Du bist keine zwanzig mehr, und auch die Zeiten, als du vierzig und fünfzig warst, sind längst vorbei!! Vorbei, vorbei, vorbei! Ätsch, vorbei, akzeptiere das endlich!

Akzeptieren schon, ansonsten aber: Na und? Nun gerade. Ich strecke mir selbst die Zunge heraus und sag’s wie Ingrid Steeger: Da mach ich mir einen Schlitz ins Kleid und find mich wunderbar!

Und Katharina tat’s. Nein, keine Sorge, sie zerschnitt sich natürlich nicht das Kleid. Aber die Zunge streckte sie sich selbst heraus und krönte das Ganze mit einem frechen Blick in den Spiegel! Im Übrigen, gar nichts ist vorbei, gar nichts! Im Gegenteil! Chili passt wunderbar zu Schokolade! Sie beide, Norman und Katharina passten auch zusammen. Sie hatten sich gesucht und- gefunden! Und das nicht nur, um von der Sauerkirsch-Chili- Schokolade zu naschen!

DIE Herbstfrau

~Nomadin~ Zwilling~waschecht~

bei twoday

Online seit 4364 Tagen
Zuletzt aktualisiert: Fr, 24. Feb, 17:04

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dankeschön
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herbstfrau - Fr, 17. Feb, 22:36

Meine Blogbesuche anderswo

Wiedererkennungswert
Ich kann dich total verstehen. Mich kennt inzwischen...
herbstfrau - Fr, 17. Feb, 22:41

wetter-wendische herbstfrau

Ich bin unruhig und ruhig, geduldig und ungeduldig, ich bin laut und leise,ich bin kindlich und doch längst erwachsen, ich bin albern und ernst, ich zürne und liebe.Ich lebe und bin doch manchmal leblos. Ich bin wie der Herbst, der Sommer, der Frühling, der Winter. Ja, ich bin manchmal wie das Wetter! Auch heute noch.

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Iggy - So, 27. Mrz, 14:20

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