Ist mir doch egal---

Wo las ich vorhin bloß die Geschichte. Ich fragte mich: Wie werden Kinder so und warum werden Kinder so..
Die Worte, als er die Flasche auf der Straße zerschellen ließ und dann sagte: „Ist mir doch egal...“
erinnerten mich an etwas. Letzten Monat hatte ich über Tage im Messenger einen Chat mit einem meiner ehemaligen Schüler. Er müsste jetzt etwa 22 sein.
Er war in meiner FB- Bekanntenliste und wir hatten vor einiger Zeit schon einmal Kontakt, er erzählte mir damals, dass er einen Job sucht.
Nun erzählte er mir einige Tage lang von seinen privaten Problemen. Dass seine Freundin nichts mehr von ihm wissen will, dass sie ausgezogen wäre und dass er sie vermisst. Und was er tun kann, dass sie wieder zurück kommt zu ihm. Ob ich keine Idee hätte. Ich meinte- schicke ihr doch mal Blumen mit Fleurop und schreibe was Schönes dazu.
Er : „ So ein Kitsch!“ Okay, meinte ich, lass es sein.
2 Tage Sendepause. Danach wieder verzweifelte Nachrichten, die mich doch eigentlich nichts angehen dürften. Er ist längst erwachsen. Und schien doch noch ein Kind zu sein.
Zwischenzeitlich blockierte ich ihn, weil es mich irgendwie zu sehr aufregte. Es machte mich konfus und dummerweise fühlte ich mich für ihn irgendwie verantwortlich. Ich, seine Grundschullehrerin.

Du meine Güte, er schickte mir Screenshots mit dem Gesprächsverlauf Sohn- Mutter. Dieser Jargon… ich wollte das nicht mehr lesen und teilte ihm das auch mit. Die Alte, die blöde Kuh, und sie zu ihm: Du Arsch!
Dann kam es. Ich sollte ihm doch noch einmal helfen- ich würde seine Freundin doch kennen und so weiter. Ich sollte also einen Anruf tätigen und ihr sagen, dass er sie braucht usw. Seine Mutter würde mit ihr gemeinsame Sache machen, sodass nur jemand Außenstehendes- also ich- das zuwege bringen könnte.
Ich machte schließlich den Versuch, aber seine Freundin blockte sofort ab. Er soll erst mal von seinen Drogen wegkommen und er würde in die "Klapse" gehören.
Auf meine Frage betreffs Drogen stritt er allerdings alles ab und meinte- die wollen mich nur loswerden.
Irgendwie tat mir das alles so weh und er tat mir leid. Seine Mutter kannte ich noch, sie war zu keiner Elternversammlung erschienen und ich hatte immer das Gefühl gehabt, dass er ein ungeliebtes Kind war.
Schließlich teilte ich ihm mit, dass ich ihm leider nicht helfen kann und dass es mich eigentlich auch nichts angehen darf- weil es Familienangelegenheit ist.
Nun kam – Ich geh zur Fremdenlegion- dann sind sie mich los. Und ich- und dann ballerst du - auf wen wirst du denn schießen? Er- verbittert- : Ist mir doch scheiss egal…..sind doch alle gleich…
Nach einem weiteren Tag ergebnisloser Kommunikation – in meinem Kopf drehte sich schon alles- meinte mein Mann: „ Brich das bloß ab, sag ihm- er muss das allein klären“………

Ich frage mich, inwieweit geht so eine Sache einen Außenstehenden etwas an und wo ist die Grenze.
Ich weiß nicht, wie es ihm jetzt geht....
NBerlin - Do, 9. Feb, 21:20

Du bist nicht seine Mutter und du weißt nicht alles. Besser die Finger von lassen, habe solche Gespräche bei Facebook auch gehabt und nach einem Jahr aufgegeben.

herbstfrau - Do, 9. Feb, 21:52

Ja,

hast vollkommen Recht...
iGing - Do, 9. Feb, 23:04

Wenn sich in deinem Kopf schon alles dreht und du da drin hängenbleibst, obwohl du ihm eigentlich schon gar nicht mehr helfen willst, ist die Distanz definitiv nicht (mehr) da, sondern du bist involviert. Auf irgendeine Art und Weise, sei es dass dir der Junge leid tut, du dir Sorgen um ihn machst oder glaubst, die Hilfestellung unbedingt leisten zu müssen oder ich weiß nicht was sonst.
Also DE-INVOLVIER dich zuerst, dann schau dir die Sache nochmal "aus der Ferne" an und sieh, ob du was dazu tun kannst.
Vielleicht triffst du ja mal die Mutter beim Einkaufen und fragst sie einfach, wie es ihrem Sohn geht.
Aber sei eine neutrale Person, meinetwegen auch die Grundschullehrerin von ehemals, aber keine in die Problematik verwickelte Person!

Aus der inneren Distanz heraus kann man evtl. das Richtige tun. Es sei denn, man ist von Liebe beseelt - dann ist vieles möglich, denn dann lässt man sich nicht von Ratlosigkeit verwirren, sondern ist so zielgerade auf die Hilfe ausgerichtet, dass sie wirkt. Gerade wieder gelesen in dem Buch "Leben - Reloaded" von Dieter Gurkasch. [Empfehlenswerte Lektüre, nebenbei bemerkt.]

[Die Geschichte hast du in dem Blog von LaWe gelesen; sie hatte einen Jungen an der Bushaltestelle getroffen usw.]

herbstfrau - Fr, 10. Feb, 00:42

danke

das sind wirklich gute Tipps.

Warum war da keine Distanz mehr da?

Es ist wohl so, dass ich im Nachhinein zweifelte, ob ich als seine Lehrerin in der Grundschule nicht irgend etwas versäumt /übersehen hätte und dies nun wieder gutmachen müsste..

.. Er war immer sehr still und in sich gekehrt...

Danke für den Literaturtipp- da schau ich gleich mal bei amazon.de nach...

Gute Nacht
rosenherz - Fr, 10. Feb, 11:36

Liebe Herbstfrau!
Wenn Kinder oder Jugendlich so ein selbstzerstörerisches Verhalten an den Tag legen, lässt sich das kaum an einem einzigen Ursahe festnageln. Da spielt das Elternhaus eine Rolle, Konflikte im Beziehungsfeld, das soziale Umfeld mit ihren Eigenheiten, die Eigendynamik, die sich aus den Verhalten des Umfeldes ergibt, usw. eine Rolle. Daraus entscheidet sich, wie sich eine Person entwickelt und auf Welt ragiert.
Mir persönlich haben die Anregungen von Marshall Rosenberg aus der "gewaltfreien Kommunikation" sehr geholfen. Ich kann sie empfehlen.

rosenherz - Fr, 10. Feb, 11:42

Was anderes: Mir gefällt das header-Bild mit den beiden Gimpeln, die da auf dem Zweig sitzen, überaus gut. Gibt es das als (digitales) Foto? Ich würde mir das gerne als Foto ausarbeiten lassen.

herbstfrau - Fr, 10. Feb, 13:24

Ihr seid super..

und somit habe ich Stoff zum Nachdenken -und- zum Lesen!!
Das Bild hatte ich- wenn ich mich recht erinnere- bei fotolia gekauft und wenn es so ist- gebe ich es dir gerne zur weiteren Nutzung;-) ich muss noch mal schauen. Ich habs gefunden, allerdings nur 1500x1040 und 250 kb. Wenn dir das genügt-
Schreib mir und ich schicke es dir gerne.
Danke für deinen Kommentar!!
LG

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