Ein neuer Schüler Teil 2

herbstfrau - Mi, 1. Feb, 22:36.. hatte das bei Kommentare reingesetzt, da habt ihrs evtl nicht gesehen, hier noch einmal:

Fortsetzung folgt
Das Jugendamt erwartet einen Bericht, wie die Angelegenheit "gelöst""wurde.
Hier ist er. Und ich sage noch- ich habe vieles beschönigt. Aber lest erst einmal.
Kurzer Bericht über die vorgesehene Nachhilfe für den Schüler J…..
Frau Andrea T…. bat mich in meiner Funktion als Nachhilfelehrerin, diesen Schüler zu übernehmen und zwar möglichst wöchentlich für 2 Doppelstunden. Sie informierte mich im Vorfeld, dass J.. sehr häufig der Schule ferngeblieben war. Es war die Rede von Schulangst und anderem.
Mit der Mutter des Jungen vereinbarte ich einen ersten Termin am 23.Januar um 14 Uhr. Durch Frau T…. wusste J.. Bescheid, dass ich kommen würde, um ihn erst einmal kennen zu lernen und zu einem anderen Zeitpunkt zu beginnen, mit ihm einiges vom versäumten Schulstoff aufzuholen.
J.. hatte den Vertrag mit Frau T…. neben der üblichen Unterschrift der Eltern als Zeichen seiner Bereitschaft mit unterschrieben.
Leider konnte ich den zukünftigen Schüler nicht einmal zu Gesicht bekommen, weil er sich auf dem weiträumigen Gelände des Sägewerkes versteckte. Wie die Mutter mir erzählte, hatte J.. wohl schon am Morgen des 23. geäußert, dass er nicht gewillt sei, zu erscheinen.
Das setzte er dann auch in die Tat um. Die Eltern versuchten vergeblich, ihn aus seinem Versteck zu holen. Ich verließ den Ort unverrichteter Dinge.
Ein weiterer Termin wurde vereinbart am 30.Januar. Diesmal war J… anwesend, jedoch zog er es vor, sein Gesicht zu verbergen und zu allem, was ich sagte zu schweigen.
Unverrichteter Dinge verließ ich die Familie nach einiger Zeit.
Ich denke, dass eine fruchtbringende Nachhilfe erst dann durchgeführt werden kann, wenn die geplante therapeutische Maßnahme stattgefunden hat.
Als erfahrene Grundschullehrerin erlaube ich mir am Schluss zu bemerken, dass ich schwierige Schüler unter anderem aus dem Kinderheim Auma über Jahre erfolgreich betreut und solch eine Situation noch nie erlebt habe.
____________________________________
Noch zu sagen wäre zum zweiten Versuch, dass er auf die Frage wie denn das Kätzchen auf seinem Schoß heißt, kurz sein verdecktes Gesicht hob, so dass ich kurz seine Augen und seine Mimik sehen konnte (da war nichts von Angst zu sehen- eher von Trotz) , schweigend auf seine Schwester zeigte.

Beim ersten Treffen füge ich noch hinzu, dass der Vater mit dem Traktor im Gelände herum fuhr und ihn bat, doch zu kommen. Des weiteren schrieb seine große Schwester eine SMS nach der anderen, wobei er ihr immer zurück schrieb ( er hat ein iPhone- erfuhr ich )- sind die endlich weg- eher komme ich nicht raus. Da war er dann auf dem Heuboden.
Wir standen auf dem Hof und die Mutter meinte dann achselzuckend-"Da sehen Sie den Kopf, da am Fenster vom Heuboden."

So wenn ihr wissen wollt, wie meine Meinung ist: Sicher war da mal etwas mit Angst gewesen. Doch jetzt hat er die Familie im Griff. Er darf als 10 Jähriger Traktor fahren und den Baukran bedienen. Das ist doch was. Schule und lernen- nööö. Er soll in eine psychiatrische Klinik für Kinder eingewiesen werden. Nur er reisst ja immer aus.. wie werden die Eltern ihn dort hin bringen. Traurig traurig. ich war ziemlich fertig nach allem.

Ich denke, da sind Erziehungsfehler gemacht worden. Meine Freundin meinte- solche Kinder/Erwachsene nennt man Verweigerer....

Ich habe mich ehrlich bemüht,habe von mir und meinen Ängsten erzählt, mich sozusagen nackig gemacht, von meiner Kindheit..... und mit ihm allein geht gar nicht, sagte die Mutter, sie müsste immer dabei sein...
herbstfrau - Mo, 6. Feb, 11:49

mhm

irgendwas muss ich falsch gemacht haben, ich dachte, jemand sagt mal Piep zu meinem Teil 2... ??

iGing - Mo, 6. Feb, 23:00

Merkwürdig, ich sehe nicht mehr, was ich schreibe. Tastatur mit eingebautem tippex?

iGing - Mo, 6. Feb, 23:01

Neuer Versuch:

Sie haben natürlich gar nichts falsch gemacht. Ich frage mich nur, was ich dazu noch schreiben kann, wenn man es mit einem Zehnjährigen zu tun hat, der in die Psychiatrie eingeliefert werden soll? Das ist zuviel, dazu kann ich nichts sagen.

herbstfrau - Di, 7. Feb, 19:36

jaaa..

klar- was soll man dazu sagen.... obwohl- Psychiatrie ? Ich denke, dann muss die Mutter mit- damit sie nach der Therapie nicht wieder dieselben Fehler macht.
Man wird sehen. Off topic- ich dachte - hier sagen alle Du?
iGing - Di, 7. Feb, 20:50

Es sagen längst nicht alle Du zueinander. Ich sage Du, wenn jem. zu mir Du sagt, sonst sage ich Sie. Aber okay, gerne Du.

Ich schreibe hier immer noch blind. Um den Text zu sehen, muss ich ihn markieren, dann kann ich sogar korrigieren. Ob das Anderen auch so geht und deshalb keiner kommentiert?
herbstfrau - Do, 9. Feb, 15:06

unsichtbar?

ich weiß nicht, ob das andere auch so sehen bzw. nicht sehen..
Ja,
jetzt verstehe ich erst, was du meinst. Ich werde mal woanders posten und um einen Besuch bei mir bitten..
Habe allerdings jetzt erst einmal das Farbchema geändert.

iGing - Do, 9. Feb, 15:14

Daran wird es wohl gelegen haben, denn jetzt klappt es problemlos.
iGing - Do, 9. Feb, 17:22

Aber zurück zum Thema:
Einen Zahnjährigen, der Traktor fahren und einen Baukran bedienen kann, in die Psychiatrie stecken, weil er nicht in die Schule will?
Ich erlaube mir jetzt mal einen Kommentar in Neudeutsch: Wie krank ist das denn?
Aber man traut sich kaum, dazu seine Meinung zu sagen bzw. überhaupt eine zu haben, denn man ist ja nicht fachspezifisch gebildet, kennt die genauen Verhältnisse nicht, usw. usf.
Manchmal frage ich mich allerdings wirklich, ob denn wirklich jeder, also ich meine: wirklich JEDER, [zehn Jahre] in die Schule gehen muss und sollte. Könnte es nicht sein, dass mancher woanders viel besser aufgehoben ist? Und mit "woanders" meine ich natürlich nicht die Psychiatrie.

herbstfrau - Do, 9. Feb, 18:15

ja, das ist die Frage

Nur eben- die Eltern sind nicht in der Lage, ihm praktisch die Schule bzw. das nun mal nötige Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen..
abgesehen von der fehlenden Kommunikation mit Gleichaltrigen.
Jedoch Psychiatrie- finde ich in diesem Fall auch krass.
rosenherz - Sa, 11. Feb, 18:32

Trotz hin oder her - ein Kind, das sich weigert, überhaupt Kontakt anzunehmen ... da mag wohl eine unangehme Erfahrung dahinterstecken, es sei besser, erst gar nicht hinzugehen. Wenn sie einem mal in den Fängen haben, gibts kein Entkommen. Oder so. Sowas weckt Misstrauen gegenüber Menschen. Ich kenne ähnliches aus meiner eigenen Kindheit, ich wurde festgehalten und wir wurde Schmerz zugefügt.

Mich erinnert deine Schilderung an eine Erzählung eines Therapeuten aus seinem Elternhaus. Für ihn war die Erziehung, die er genossen hatte durch seine Mutter, eine der vorbildlichsten, die ihn selbst später in seiner Arbeit als Therapeut beeinflusst hatte.
Er, geboren in den 1940er Jahren, ging am ersten Tag zur Schule. Am Weg dorthin stach ihn eine Biene. Er kehrte wieder um, ging heim, erklärte seiner Mutter, in eine Schule, wo er gestochen werde, gehe er nicht. Und an dieser Stelle beginnt für mich das Lehrbeispiel,das mich selbst beflügelt hat, als ich es zum ersten Mal gehört habe. Wenn mein Kind gekommen wäre und gesagt, er gehe nicht merh zur Schule, dann würde ich versuchen, das Kind zum Schulbesuch zu "motivieren". Ihm erklären, ihm das anschaulich machen, mit ihm vernüftig reden usw.
Was tut die Mutter? Sie sagte freundlich, na dann bleibe er eben zuhause. Ich hab an dieser Stelle schon empört gezuckt. Nein,das geht doch nicht, wir haben Schulpflicht! Was soll nur aus dem Kind werden usw.
Nach drei Tagen kam der Junge zu seiner Mutter mit einer Bitte. Er bat darum, in die Schule gehen. Drei Tage allein daheim, fernab der Freunde (die ja in der Schule waren) waren ihm langweilig geworden, sodass er sich entschloss, er gehe nun doch zur Schule.

herbstfrau - Sa, 11. Feb, 19:04

Gute Lösung

..aber leider ists wohl in diesem Fall anders gewesen. Ich finde, es ist unendlich wichtig, einem Kind etwas zu erklären. Ihm auch die Schule schmackhaft zu machen.
Die Mutter meinte auf meine Frage betreffs Schulangst, er würde keinesfalls ausgelacht und die Lehrerin wäre auch eine sehr einfühlsame.

Unsere jüngste Tochter hat 2 Kinder. Die Älteste geht in die 1. Klasse -sehr gerne- aber zuhause hat sie ein Trotzköpfchen. Wenn sie etwas nicht bekommt, weint sie "herzzerreissend". Papa kanns nicht ertragen, sie weinen zu sehen- und gibt nach. Sie merkt- es funktioniert. Und baut es aus!
Der kleine Bruder (2 )war dabei, sichs abzugucken! Zum Glück mit wenig Erfolg ;-)

So könnte es bei dem Jungen auch gewesen sein. Einmal hat es geklappt. Traktor fahren ist doch viel toller als die Malfolgen und das Schreiben zu erlernen! Er will nicht in die Schule, lieber mit dem Opa aufs Feld fahren. Er schreit Zeter und Mordio, die Eltern erschrecken, dem Opa tuts leid und sie geben nach. Er reibt sich die Hände!! Und kultiviert sein Verhalten.-----

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